Mit diesem Blick zurück auf die beiden stattgefundenen Klassenfahrten wollen die Schüler und Schülerinnen weitere Gruppen ermuntern, dem Ruf des Abenteuers zu folgen.


  • Abenteuer Holland - IJSSELMEER

„Alle an Deck, wir machen eine Wende.“ Diesen Satz hörten wir an unserem ersten Segeltag gefühlte hundert mal. Als bei Sturmwarnung, Windstärke sieben und eiskaltem Regenwetter unsere gemeinsame Woche auf einem Segelboot quer durch das Ijsselmeer begann, mussten wir gleich alle kräftig mit anpacken und waren wirklich froh als, wir abends im Hafen einliefen.
Der Segeltörn der G9b begann in Harlingen, verlief weiter über Workum, die Insel Vlieland, das Wattenmeer, Maccum und schließlich wieder zurück in den Heimathafen Harlingen. Zu sehen gab es auf dieser Reise für die 19 Schülerinnen und Schüler viel, ob beim Rundgang durch das Van Gogh Museum oder einfach nur beim Besichtigen einer der vielen kleinen Hafenstädtchen mit den süßen Backsteinhäusern. Besonders aufgefallen ist den Mädchen auf dieser Reise, das immer gleiche Muster der Städte.
Ein kleiner Hafen von dem aus ein Fluss abgeht, der quer durch das ganze Dorf verläuft, vorbei an den Wohnhäusern und immer wieder überspannt von einer Brücke. Auch die Häuser waren alle im gleichen Stil gebaut und sahen sich zum verwechseln ähnlich. Welche der besuchten Städte ihnen am meisten gefallen hat können sie gar nicht sagen, denn alle seien kulturell wertvoll und sehr idyllisch gewesen. Auch die kleinen Läden in denen es allerlei holländische Leckereien zu kaufen gab, fanden großen Gefallen bei Schülern und Lehrern.

Im Mittelpunkt dieser Klassenfahrt stand aber der sportliche Teil: Segel hissen, Knoten üben,  Wenden vollziehen oder einmal selbst den 30 m langen Klipper steuern. Bei den Schülerinnen und Schülern musste jeder mit anpacken und Teamgeist innerhalb der Gemeinschaft war Grundvoraus-setzung. Nebenher musste die von Tag zu Tag wechselnde Kochgruppe noch dafür sorgen, dass die ganze Mannschaft etwas zu essen bekam. Auch das Leben in den ziemlich engen Kajüten war eine Herausforderung für die Jugendlichen, doch stärkte es auch den Zusammenhalt in der Klasse.

Schöne Erlebnisse gab es auf unserer gemeinsamen Abschlussfahrt viele. Ob beim Baden im eiskalten Meerwasser, beim Chillen an Deck oder beim Lagerfeuer zu den schönen Klängen der Gitarre und dem Gesang einer unserer Mitschülerinnen, Spaß hatten wir eigentlich immer.
Highlights waren außerdem unser wirklich hübscher Hilfsmatrose an Bord, der Besuch einer holländischen Disco und das Schießen von unzähligen Fotos im Sonnenuntergang des Wattenmeers.

Wir waren alle sehr traurig, als wir mit einem riesigen „Dankeschön“ an unsere tollen Skipper die Heimreise nach Deutschland antraten. Wir empfehlen diese Reise jeder Klasse weiter, weil es trotz mitunter anstrengender Tage und stürmischer See ein unvergessliches Abenteuer war.

 

  • Abenteuer Schweiz -St. Ursanne

„Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben“, sagte Bertrand Russell, der Nobelpreisträger für Literatur, und die Klasse G8d der Justin-Wagner-Schule erlebte, dass die Worte seines Zitats Wahrheit sein können.
„Was sollen wir denn in der französischen Schweiz?“, hörte man es aus allen Ecken der Klasse vor Antritt der Fahrt rumoren. Alle waren dagegen, die Abschlussfahrt im “langweiligen“ St. Ursanne zu verbringen; doch der Widerstand war zwecklos, alles war bereits gebucht. Wie geplant ging es am 12. September 2011 mit dem Zug los ins Ungewisse.
Wärmende Sonne, der Geruch von frischem Gras und ein herzliches „Grüazi mitanand“ von unseren Animateuren Mario und Susanne nahmen uns, endlich am Ziel angekommen, in Empfang.
Die spontane Freude auf das, was kommen würde, ließ nicht lange auf sich warten. Die Klasse tummelte sich bald in einem riesigen Berg von Abenteuern:  Ob beim Kanufahren in wilden Gewässern, bei dem sich auch der eine oder andere Schuh verlor, ob beim Abseilen von einer sieben Meter hohen Brücke oder beim Retten der Welt durch „Moos-Eier“ – jeder war gefordert, begeistert und packte gerne überall mit an.  Durch kleine Gemein-schaftsspiele im Freien, das eigenständige Kochen der leckersten Gerichte und das gemeinsame Singen am Lagerfeuer wurde die Klassengemeinschaft zusätzlich gestärkt; man lernte, sich vollkommen aufeinander zu verlassen; jeder Einzelne zählte.
Das Klassenunternehmen war auf den Schwerpunkt Sport ausgelegt, doch die Kultur kam nicht zu kurz. An unserem vorletzten Tag statteten wir einem Bergwerksstollen, in welchem Tests für Atommüllendlager gemacht werden, einen Besuch ab. Uns erwartete eine spannende Führung:  Wir erfuhren unter anderem, welche Lösungsvorschläge in diesem Versuchslabor  getestet werden, damit eine annähernd hundertprozentige Sicherheit für die Endlagerung gewährleistet werden kann. Wir hörten, von welcher Beschaffenheit das Gestein der Lagerstätte sein muss und welche Qualitäten das Material eines Castor-Behälters aufweisen muss, um diese Garantie zu haben.
Nachdem am Vormittag unsere Konzentration verlangt war, erlebten wir nach einer kleinen Stärkung das kleine Städtchen St. Ursanne. Sehenswerte Bauwerke wie das Eingangstor „Porte St.-Paul“, das ehemalige Pfarrhaus „Maison du Prévôt“ waren dort zu finden und die Felsenbehausung des Einsiedlers, dessen Name das Städtchen trägt.
Es war das typische französische Flair des Ortes, das uns sehr beeindruckte: die bunten Fensterläden, die Blumenkästen an den Fenstern, die kleinen Cafés und die Schnörkelbuchstaben, die den Kopf der Ladentür zierten. Mit Schweizer „Schoki“ eingedeckt, war es Zeit, zur Jugendherberge zurückzukehren, um unsere schmerzenden Füße im auf uns wartenden Bett auszuruhen.
„Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben.“, sagte Bertrand Russell; und ja, er hat Recht. Diese Klassenfahrt war alles andere als langweilig. Sie war einzigartig und einfach unglaublich schön. Das Anschauen der unzähligen Fotos, die wir geschossen haben, all die Momente, die wir zu Papier gebracht haben,  erinnern uns immer wieder daran, was wir doch für eine tolle Klassenfahrt hatten.

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